Hatha-Yoga 50+

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Hatha Yoga

Hatha Yoga – der Yoga der Körperarbeit, der Yoga der Bemühung, der Yoga der Hartnäckigkeit, der Yoga von Ha und Tha, von Sonne und Mond. Hatha Yoga ist heute der populärste Yoga. Es gibt ja verschiedene Yoga-Arten, es gibt Jnana Yoga, den Yoga des Wissens, es gibt Bhakti Yoga, den Yoga der Hingabe, Raja Yoga, den Yoga der Gedankenkontrolle, Karma Yoga, den Yoga des uneigennützigen Dienens, Kundalini Yoga, den Yoga der Energie, und es gibt Hatha Yoga.

Hatha Yoga – der Yoga der Körperarbeit, der Yoga der Bemühung, der Yoga der Hartnäckigkeit, der Yoga von Ha und Tha, von Sonne und Mond. Hatha Yoga ist heute der populärste Yoga. Es gibt ja verschiedene Yoga-Arten, es gibt Jnana Yoga, den Yoga des Wissens, es gibt Bhakti Yoga, den Yoga der Hingabe, Raja Yoga, den Yoga der Gedankenkontrolle, Karma Yoga, den Yoga des uneigennützigen Dienens, Kundalini Yoga, den Yoga der Energie, und es gibt Hatha Yoga.

Hatha Yoga ist also der Weg der Anstrengung und der Bemühung und damit der Praxis, man tut etwas. Und Hatha heißt auch hartnäckig, das heißt, man bleibt dabei. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, aber wenn du ständig mal was machst, mal nichts machst, kommst du nicht weiter. Hatha Yoga heißt, hartnäckig spirituelle Praktiken zu machen. Natürlich umfasst Hatha Yoga auch Asanas, Körperstellungen, Pranayama, Atemübungen, Shavasana, Tiefenentspannung, und Mitahara, gesunde Ernährung. Und im Hatha Yoga gibt es auch Meditationstechniken, die erst einmal körperlich ausgerichtet sind.

Man kann insgesamt sagen, Hatha Yoga ist der Yoga der Körperarbeit auf verschiedenste Weise. Hatha Yoga hilft der Gesundheit des physischen Körpers, Hatha Yoga hilft, mehr Energie zu haben, Hatha Yoga hilft, auf der emotionalen Ebene zu heilen, Hatha Yoga hilft, die Gedanken zur Ruhe zu bringen, den Geist zu konzentrieren, geistige Kräfte zu entfalten. Hatha Yoga heißt dann aber auch, die höheren Stufen des Yoga zu erreichen, über Körper, Prana, Emotionen, Psyche und Gedanken hinauszuwachsen, das zu erfahren, was du wirklich bist.

Erfahre dein wahres Selbst, erreiche es durch systematische Praxis. Praktiziere mit der richtigen Einstellung, sei hartnäckig in deiner Praxis, scheue nicht vor Anstrengungen zurück, das ist Hatha Yoga. Zum Hatha Yoga gehört natürlich auch Entspannung, es ist keine verkrampfte Anstrengung, aber selbst die Entspannung ist eine bestimmte Bemühung. Hatha Yoga ist also der Weg der systematischen Bemühung. Hatha Yoga ist der Weg der Körperarbeit.
Hatha Yoga hat aber noch eine zweite Bedeutung: Es ist Yoga, die Vereinigung von Ha, Sonne, und von Tha, Mond. Und so besteht Hatha Yoga aus Sonnenelementen und Mondelementen. So ähnlich kann man auch sagen, es ist wie Yin-Yang-Yoga. Ha ist wie Yang, das heißt, aktives Bemühen. Ha heißt Sonne, Enthusiasmus und heißt auch, sich anzustrengen, man kann auch mal ins Schwitzen kommen im Hatha Yoga. Dann muss aber ausgeglichen werden durch Tha, wie im Chinesischen Yin. Es gibt ja heute auch den Ausdruck „Yin Yoga“, eigentlich kann man sagen, „Tha Yoga“, „Chandra Yoga“, „Mond-Yoga“. Und Yin Yoga oder Tha-Aspekt des Yoga heißt, entspannen, heißt, in eine Stellung gehen und sie gleichmäßig und entspannt längere Zeit halten, heißt, sich hinzugeben, heißt, das zu tun, was sanft ist und deiner Intuition zu lauschen, heißt, einfach loslassen.

So ist also Hatha Yoga zwar insgesamt Bemühung, aber das Bemühen umfasst zwei: Das Aktive und das Loslassen, das bewusst “mit Anstrengung unternehmen” wie auch das bewusste Hineingehen, heißt aber auch, etwas aushalten können. Wenn du in eine Stellung gehst, dann bleibst du dort eine Weile drin, du entspannst, lässt los, bleibst auch dann drin, wenn es unangenehm wird. Also, Hatha Yoga – viele Aspekte.

Letztlich zielt Hatha Yoga auf Yoga – Einheit, Verbindung, Harmonie, Einheit mit dem höchsten Selbst. Hatha Yoga – der Yoga der Körperarbeit. Hatha Yoga – der Yoga der Bemühung, der Kraft, der Hartnäckigkeit. Hatha Yoga – der Yoga der Vereinigung von Sonne und Mond. Hatha Yoga – der Yoga des Ausgleichs zwischen männlicher und weiblicher Seite. Hatha Yoga – Einheit durch Transzendierung aller Polaritäten.

Wirkungen

Yoga kann viel – das beweisen mittlerweile mehr als 2000 Studien und es werden immer mehr. Wer den Yoga-Weg geht, hat gute Chancen auf Verbesserung seines persönlichen Wohlbefindens:
  • Verbesserung von Nackenschmerzen,
  • Reduktion oder Absetzen von Schmerzmitteln bei Rückenschmerzen,
  • Reduktion von Stresssymptomen wie Aggression, Depression und Anspannung,
  • Reduktion der Medikamente bei hohem Blutdruck,
  • Beruhigung des Herzschlags bei Herzrhythmusstörungen,
  • weniger Entzündungen im Körper,
  • Erhöhung der beruhigenden Gamma-Aminobuttersäure im Körper bei Depression und Angsterkrankungen,
  • Verbesserung des Schlafes,
  • Stärkere mentale Gesundheit in Belastungssituationen,
  • Bessere körperliche und seelische Verfassung und weniger Erschöpfungszustände bei krebsbedingten Chemotherapien,
  • Reduktion von Albträumen, Schlaflosigkeit, sozialem Rückzug und „Flashbacks“ bei posttraumatischen Belastungsstörungen,
  • Graue Zellen in den Hirnregionen für Gedächtnis, Lernen und Emotionskontrolle nehmen zu und altersbedingte Abnahme der frontalen Großhirnrinde fällt aus.

Aber dies sind nur einige wichtige Studienergebnisse. Die Gesamtheit des Yoga und seiner wohltuenden Wirkungen kann jedoch jeder nur für sich selbst erfahren.

Hatha Yoga kann dienen als:

  • Fitnesstraining,
  • Krankheitsvorbeugung,
  • Therapie und Heilmethode,
  • spirituelle Disziplin,
  • Mittel zur Stressvorbeugung und Abbau von Stress,
  • Mittel zur Erweckung von parapsychologischen Fähigkeiten, Siddhis,
  • körperorientierte Psychotherapie.

Dabei kann Hatha Yoga von der postoperativen Krankengymnastik bis zum Hochleistungssport sehr gut angepasst werden. Es können “neutrale” rein körperlich orientierte Übungen, oder hoch spiritrualisierte, bzw. energetisch betonte Übungsreihen praktiziert werden.

Wann sollte Hatha-Yoga nicht geübt werden?

Grundsätzlich gibt es keine Kontraindikation für Yoga-Übungen. Jedoch gibt es sehr unterschiedliche Yogastile und auch unterschiedliche Yogaschwerpunkte. Während ein gesunder Körper durchaus relativ gefahrenlos das ein oder andere ausprobieren kann, sollten Interessenten mit körperlichen Beschwerden wie z.B.

  • Osteoporose
  • zu hoher/zu niedriger Blutdruck
  • Wirbelsäulenerkrankungen

Die fünf Säulen des Hatha Yoga

Die Hauptpraktiken im Hatha Yoga – auch die “fünf Säulen des Hatha Yoga” genannt, sind:

  • Asanas (Yoga Stellungen)

    Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine zeitlang ruhig gehalten wird. Dadurch werden die inneren Selbstheilungskräfte aktiviert, der Körper gestärkt und der Geist ruhig und zentriert.

  • Pranayama (Atem Übungen)

    Die Atmung ist ein Spiegel unserer körperlichen und geistigen Verfassung. Durch bewusste Atem-Techniken, Training und Steuerung des Atems kann man die eigene Gemütsverfassung und den Geisteszustand wirkungsvoll in eine positive Schwingung bringen. Atemtechniken und spezielle yogische Reinigungstechniken (Kriyas, siehe: Kundalini Yoga) beugen Krankheiten vor und wirken heilsam auf Körper, Geist und Seele.

  • Shavasana (Tiefenentspannung)

    Während der Tiefenentspannung werden systematisch alle Teile des Körpers und des Geistes entspannt. Dabei werden Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet. Der Kreislauf kommt zur Ruhe, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verdauungskrankheiten und anderen Krankheiten wird vorgebeugt. Geistige Klarheit und innere Ausgeglichenheit erfolgen automatisch.

  • Richtige Ernährung

    Zum Hatha Yoga gehört auch eine gesunde und leicht verdauliche Ernährung. Dabei geht es vor allem darum, mit der Nahrungsaufnahme möglichst viel positive Energie und Kraft aufzunehmen. Yogische Ernährung ist deshalb sattwig: Sie ist rein vegetarisch und besteht hauptsächlich aus frischen, unbehandelten Lebensmitteln.

  • Positives Denken und Meditation

    Unsere Gedanken sind die Quelle aller manifesten Erscheinungen und Erfahrungen. Darum gehört zum Hatha Yoga auch die bewusste Steuerung des Denkens. Im Hatha Yoga lernt man durch Entspannung, [Konzentration] und positive Affirmationen, seinen Geist positiv zu stimulieren. Positive Gedanken erzeugen positive Schwingungen und schließlich glückliche, gesunde und freudige Lebenserfahrungen. Meditation hilft uns, den Geist zur Ruhe zu bringen und zu lernen, ihn gezielt in eine bestimmte Richtung zu lenken, um damit die Ereignisse in unserem Leben positiv zu nutzen.

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